Jakobsweg – Tag 29 – Genf bis Saint-Blaise

Grenzüberschreitung II

So schnell war das Wochenende auch wieder vorbei. Um 7:30 Uhr stieg ich in den Zug ein der mich von St. Gallen nach Genf brachte. Danke Susi A. für das nette Wochenende und die schöne gemeinsame Zeit. In etwa dreieinhalb Stunden hatte ich die Strecke zurückgelegt für die ich zuvor zwei Wochen gebraucht hatte. Das war mir jedoch egal, da man weiß, was man geleistet hat, wenn man die Strecke zu Fuß gegangen ist. Frisch erholt konnte ich dann am Genfer Bahnhof wieder starten. 

Mein Weg führte mich durch die Altstadt bis hin zur Kathedrale. Dabei ging ich noch einmal am Genfersee vorbei und erinnerte mich zurück an die schöne Zeit in der Schweiz. Die Kathedrale selbst war groß, aber hatte mich nicht übermäßig fasziniert. Auf meinem Weg hatte ich schon schönere Kirche/Kathedralen gesehen. Nach einer kurzen Rast ging es weiter Richtung Grenze. Da ich meine gesamten Vorräte vor dem Wochenende aufgegessen hatte, musste ich auch noch einen Einkauf tätigen. Kurz auf Google Maps nachgeschaut, sah ich, dass sich auf meiner Strecke ein Mikros befand. So konnte ich auch gleich mein Mittagessen organisieren. Da ich nicht mitten in der Stadt essen wollte, machte ich mich weiter auf dem Weg um einen passenden Platz zu finden. Nach einiger Zeit hatte ich am Rand der Stadt einen Spielplatz mit Bänken gefunden. Dieser war ideal für mich um mein Mahl einzunehmen. Sogar das Wetter spielte mit, obwohl er zu Mittag Regen gemeldet hatte. Nachdem ich aufgegessen hatte ging es weiter Richtung Grenze.

Auf halber Strecke kam mir ein Wanderer entgegen ich hielt an und kam mit ihm ins Gespräch. Es handelt sich um einen Deutschen der auch von ihm zu Hause Richtung Santiago de Compostela unterwegs war. Er hatte heute seine letzte Etappe für dieses Jahr absolviert und war zu Fuß Richtung Bahnhof unterwegs. Laut seiner Aussage war er ca. 1000km gegangen, aber wer zählt schon. Nächstes Jahr soll es bei ihm mit der Frankreich Etappe weitergehen.

Kurz vor der Grenze im Örtchen Bardonnex kehrte ich noch mal in die Kirche ein. Ein Organist war gerade am üben. So setzte ich mich hin und lauschte der Musik. Ich habe auch mit dem Handy einen Teil davon aufgezeichnet, leider ist die Musik etwas zu leise, aber man kann glaube ich alles gut verstehen.

Einen Stempel, ein paar Kerzen und ein Stoßgebet später ging es dann aber wirklich Richtung Grenze.

Wenn ich nicht auf der Karte gesehen hätte, dass ich kurz vor dem Übertritt war, hätte ich es nicht geglaubt. Keine große Beschilderung, kein Hinweis nur eine kleine Brücke über ein ausgetrocknetes Bächlein und schon war ich in Frankreich. Mit flinken Füßen überquerte ich die Bundesstraße und ging entlang des Weges. Auch in Frankreich ist der Jakobsweg sehr gut ausgeschildert und es wäre auch gut möglich ohne Karte den richtigen Weg zu finden. 

Nach einer halben Stunde machte ich bei der nächsten Kirche wieder Rast, da ich wissen wollte, ob die Kirchen in Frankreich grundsätzlich anders sind. Sie waren nicht so gut gepflegt bzw. erhalten, wie in der Schweiz ansonsten jeder sehr ähnlich.

Das Wetter hat den ganzen Nachmittag sehr gut ausgehalten. Es hingen zwar schwere Wolken am Himmel, jedoch hatte ich wieder mehr Glück wie Verstand. Mein Weg führte mich durch die Orte Neydens, Beaumont und Saint-Blaise. Da ich erst zu Mittag gestartet war, konnte ich mit einer Tagesleistung von etwa 23 km sehr wohl zufrieden sein. Morgen geht es wieder in aller Früh weiter.

Beim Kochen habe ich heute noch die neuen Anzünder ausprobiert, dabei habe ich festgestellt, das ein halbe Anzünder pro Mahlzeit vollkommen ausreichend ist. Somit sollte ich in nächster Zeit genügend Brennstoff dabei haben.

Bis dahin wünsche ich euch alles Gute und ich gehe jetzt noch etwas Französisch lernen.

Nächste Etappe: Saint-Blaise bis Desingy


Route:

Gesamtstrecke: 22947 m
Maximale Höhe: 855 m
Minimale Höhe: 382 m
Gesamtanstieg: 763 m
Gesamtabstieg: -301 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5.38 km/h
Gesamtzeit: 06:11:19

Bilder:

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar